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Modellprojekt Jugendbildung Mitteldeutschland

Gesellschaftspolitische Jugendbildung in Mitteldeutschland

Ein Projekt der Evangelischen Jugendarbeit und der Evangelischen Akademien im Bereich der EKM

Eine deutliche Skepsis bei großen Teilen der Bevölkerung gegenüber der Problemlösungsfähigkeit der Demokratie und das verbreitete Gefühl einer großen Zahl von Menschen, durch eigenes Engagement in der Politik kaum etwas bewirken zu können, sind für die Träger der Jugendbildung im Bereich der Evangelischen Kirche ein alarmierendes Signal und Herausforderung zur Verstärkung des eigenen Engagements. Verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die Distanz gegenüber der Demokratie und die Enttäuschung über die scheinbar unzulänglichen Entscheidungen demokratischer Politik in Ostdeutschland weit verbreitet ist. Offensichtlich führt eine als sozial ungerecht empfundene, eine nur mangelhaft erklärte und als intransparent empfundene Politik zur Unzufriedenheit mit dem politischen System.

Dieses Projekt basiert auf der Überzeugung, dass demokratische Gesellschaften existenziell auf die politische Handlungsfähigkeit und Handlungsbereitschaft ihrer Mitglieder angewiesen sind. Demokratische Gesellschaften sind auf Zustimmung, Interesse, Beteiligung und Kritik angewiesen. Darüber hinaus benötigen sie funktionierende Zivilgesellschaften mit einem Mindestmaß an Grundvertrauen in öffentliche und staatliche Institutionen und an Möglichkeiten der Mitgestaltung. Die Zustimmung zum demokratischen System und das Engagement für eine lebendige Zivilgesellschaft sind jedoch ohne materielle Grundsicherung, gerechten Zugangsmöglichkeiten zu Bildung, politischer Teilhabe und zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt nicht denkbar. Das Vertrauen in die Demokratie basiert darauf, dass es in der Gesellschaft gerecht zu geht und jungen Menschen Perspektiven für ihre persönliche Zukunft und die Zukunft der Gesellschaft eröffnet werden.

Die Überlegungen führen dazu, dass sich Einrichtungen der evangelischen Jugendbildung in besonderer Weise herausgefordert fühlen, über künftige inhaltliche Schwerpunkt, Formen und Strukturen außerschulischer Jugendbildung nachzudenken. Es geht um die Entwicklung subjektorientierter und mediengestützter Lernformen, die neue Lernhaltungen von Kindern und Jugendlichen und deren verändertes Informationsverhalten berücksichtigen. Um die damit verbundenen Ziele zu erreichen, ist es wichtig, die vorhandenen Ressourcen und Kräfte zu bündeln und gemeinsam neue Wege zu beschreiten.

Ziele und Aufgaben des Modellprojekts:

  • die Vernetzung bzw. enge Kooperation von Einrichtungen gesellschaftspolitischer Jugendarbeit und der systematische Aufbau eines Netzwerks mit zivilgesellschaftlichen Akteuren, weiteren Einrichtungen kirchlicher und anderer Träger der Jugendbildung und Jugendarbeit sowie mit anderen Bildungseinrichtungen
  • die fachlich begründete, enge organisatorische Zusammenarbeit von Einrichtungen der Ev. Kirche in Mitteldeutschland im Bereich der gesellschaftspolitischen Jugendbildung sowie eine Erweiterung der Angebote der Evangelischen Kirche für Jugendlichen in ländlichen und städtischen Regionen
  • die Entwicklung und Erprobung von Konzepten, Aufgaben und Funktion gesellschaftspolitischer Jugendbildung als demokratische, politische Bildung zur Aktivierung von Kindern und Jugendlichen sowie zur Unterstützung und Stabilisierung zivilgesellschaftlicher Strukturen
  • die Entwicklung zukunftsfähiger Formate und Arbeitsformen politischer Jugendbildung im Verbund unterschiedlicher Einrichtungen (innovative Projekte, Kampagnen, Aktionen usw.), auch unter Nutzung von Elementen des Web 2.0 – sowie die Weiterentwicklung und Erprobung von Angeboten gesellschaftspolitischer Jugendbildung in der Kooperation mit Schulen und die Positionierung außerschulischer Jugendbildung als eigenständigem Akteur im Kontext lokaler Bildungslandschaften

Inhaltliche Schwerpunkte des Modellprojekts:

  • Zukunftsperspektiven von Kindern und Jugendlichen und Chancen der sozialen und beruflichen Integration in unterschiedlichen Regionen Mitteldeutschlands
  • Wertgrundlagen einer pluralen, toleranten und vielfältigen demokratischen Gesellschaft
  • Zivilgesellschaftlichen Engagements in einer pluralen, demokratischen Gesellschaft
  • Mitwirkungskompetenzen und zum Ausbau der Partizipationsmöglichkeiten junger Menschen
  • Kompetenzen zum Umgang mit digitalisierten Medien
  • Beschäftigung mit der jüngeren Zeitgeschichte
  • Demokratiepädagogik – Demokratie erfahren und gestalten

Am Projekt beteiligt sind:

Das Vorhaben wird durch Zuwendungen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert: http://www.bmsfsj.de



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