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Inside Men. Junge Männer, traumatische Erfahrungen und Gewalt

Fachtag zur Sozialen Arbeit mit jungen Männern und männlichen Migranten und Öffentliche Gründung der LAG Jungen- und Männerarbeit Thüringen e.V.

Jede Kriminalstatistik verrät: Männer sind nicht nur überwiegend Täter, sondern auch überwiegend Opfer von Gewalthandlungen (über 60 Prozent). Sechs von sieben Männern haben Gewalterfahrungen in der Kindheit erlebt, von Schikanen und verbaler Gewalt über Ohrfeigen bis zu Schlägen. Bundesweit geben 17 % der jüngeren und 8 % der älteren Jugendlichen an, regelmäßig schwere Züchtigungen durch die Eltern zu erleiden. Kinder aus niedrigeren sozialökonomischen Schichten sind häufiger davon betroffen, Jungen werden mehr von schwerer körperlicher Gewalt bedroht, Mädchen mehr von sexuellem Missbrauch.

In Thüringen ist die Zahl der Jungen als Opfer von Gewalt in den letzten Jahren gestiegen, wie Fallzahlen aus dem Kinder- und Jugendschutz zeigen. Als Ursachen werden von den Jungen oft innerfamiliäre Probleme angegeben. Auch die jungen männlichen Migranten bringen ihre Geschichten von Krieg, Flucht und Terror mit.

Das geht nicht spurlos an Jungen und Männern vorüber. Vernachlässigung, Gewalterfahrungen und andere traumatische Erlebnisse entfalten in der Seele ein Eigenleben und wirken ins gegenwärtige Tun und Lassen hinein. Aus der Forschung mit sogenannten „Kriegskindern“ und „Kriegsenkeln“ weiß man, dass traumatische Kriegserfahrungen auf teils verschlungenen Wegen in die nächste und übernächste Generation weitergegeben werden. So sind manche ablehnenden Haltungen gegenüber Migranten mit ihren traumatisierenden Kriegs- und Fluchterlebnissen auch aus der Abwehr eigener Erfahrungen zu verstehen.

Traumatisierende Erfahrungen prägen damit mehr oder weniger unsichtbar das gesell­schaftliche Klima mit. Was ist ein Trauma und wie wirkt es sich in der Lebensgeschichte aus?

Muss jede traumatische Erfahrung behandelt werden? Kann man auch am Trauma wachsen? Gibt es Ressourcen? Und was heißt das im Transfer für die Soziale Arbeit? Unser kleiner Fachtag widmet sich diesem Thema in einem Vortrag von Dr. Jörg Kobes, Psychotherapeut / Traumatherapeut, Jena, und moderierten Fachgesprächen.

Am Nachmittag wird sich anlässlich des Welttages des Mannes (3. November) aus der Fachgruppe Jungenarbeit in Thüringen, die seit nunmehr über zehn Jahren besteht, der Verein „LAG Jungen- und Männerarbeit Thüringen“ gründen.

Auch zu diesem festlichen Anlass laden wir Sie herzlich ein!

Jürgen Reifarth, Fachgruppe Jungenarbeit in Thüringen, Erfurt
Heiko Höttermann, LAG Kinder- und Jugendschutz Thüringen e.V.
Ingo Greßler, Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport – Landesjugendamt

Programm als pdf: insidemen+verein-flyer-2016-09-30.pdf

Datum:   3. November 2016   Diese Veranstaltung ist vorbei.
Ort: Begegnungsstätte Kleine Synagoge, Erfurt
An der Stadtmünze 5, 99084 Erfurt
Preis: 15 Euro
Telefon:    0361 655 1661
Beginn:    9:00 Uhr
Information/Anmeldung:    (bis spätesten 23. Oktober 2016) per Post/Fax/Mail an: LAG Kinder- und Jugendschutz Thüringen e.V. Johannesstraße 19, 99084 Erfurt Fax: 0361 6442265
Mail:    info@jugendschutz-thueringen.de
Information:    Überweisen Sie bitte den Betrag bis zum 28. Oktober 2016 auf folgendes Konto: LAG Kinder- und Jugendschutz Thüringen e.V. Bank für Sozialwirtschaft AG Leipzig IBAN: DE2486 0205 0000 0351 3300 BIC: BFSWDE33LPZ Stichwort: Fachtag Jungen 2016-2 Erst mit der Überweisung sichern Sie sich einen Platz. Die Anzahl der TeilnehmerInnen ist auf maximal 50 begrenzt.


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